Athene Elektrische Energie

Waschmaschine

Kaum ein Thema wird in Internetforen und auf dem Steg so kontrovers diskutiert wie eine Waschmaschine an Bord. Manche Segler, so mein Eindruck, fürchten um die Reinheit ihrer Seele, die sie mit dem Einbau eines solchen Teils verwirken, bereits der Gedanke ist verwerflich. Wieder andere sehen nur Probleme. Ja, und dann gibt es jene, die überhaupt nicht gut darauf zu sprechen sind … müßig zu sagen, dass das Thema in erster Linie männlich besetzt ist.

Zugegeben, so ganz unparteiisch war ich wegen des ‘bisschen’ Wäsche auch nicht, fürchtete um zusätzliches Gewicht, ganz zu schweigen von der Arbeit des Einbaus. Meine Einstellung änderte sich vor zwei Jahren während eines Urlaubs. Die Zeit, die wir ‘vergeudeten’, der oft erbärmliche Zustand der Maschinen, Schimmel im Wassereinlauf, Waschmaschinen, die schon längst fertig waren, aber niemand der die Wäsche abholte. Und anderer Leute Wäsche in die Hände zu nehmen mögen wir nicht, erst recht nicht, wenn andere unsere anfassen. Und nicht zuletzt, preiswert ist der ‘Spaß’ Münzwaschmaschine nicht.

Im Rahmen des Umbaus und Neugestaltung der Energieversorgung passte der Zeitpunkt den Einbau einer Waschmaschine an Bord zu prüfen ganz gut. Der zur Verfügung stehende Platz, mit max. 54 cm Breite, grenzte die Auswahl ein. Offensichtlich hat die Candy Aqua auf Booten ein Heimspiel, so verbaut(e) auch Hallberg Rassy aus Schweden diese Maschine. Im Winterhalbjahr testeten wir die Maschine zu Hause, ermittelten darüber hinaus den max. Strom – mit Motor und Heizung 7,8 A, davon  5 A auf die Heizung.-, um eine Aussage bezüglich der Größe des Wechselrichters treffen zu können.

So mitteilungsfreudig die Nutzer des Internets sein mögen, zum Punkt Einbau schweigen sich alle aus. Vielleicht ist es so banal, dass darüber nicht geschrieben wird, anderseits werden doch überaus banale Dinge inflationär mitgeteilt. Wie dem auch sei, möge das Foto für den einen oder anderen von Nutzen sein. Rückwärtig ist die Waschmaschine direkt unter dem Deckel an einem Schott verschraubt. Zwischen zwei Schotten ‘eingeklemmt’, rückwärtig und am Boden verschraubt, steht sie ‘bombenfest’.

Auf Empfehlung von Victron ist die Maschine an der Warmwasserversorgung angeschlossen. Ist genug Heißwasser vorhanden – durch den Bootsmotor aufgeheizt – und ausschließlich über den Wechselrichter betrieben, benötigt die Maschine aus der Batterie zw. 30 und 40 Ah. Muss das Wasser aufgeheizt werden, ist es etwa das doppelte.

Vibrationen beim Schleudern sind kaum wahrnehmbar. Die Maschine ist bis auf die Pumpe angenehm leise. Im Cockpit ist sie nicht zu hören.

Um es zu testen, haben wir einmal Wäsche bei glatter See unter Motorfahrt gewaschen. Ist problemlos machbar, selbst kleine Wellen stören nicht.

Bedenken hatte ich bei heftiger Schräglage oder höheren Wellen, dass die Trommel anschlagen könnte. Nichts dergleichen!

Bleiben noch zwei Punkte zu erwähnen.

Unser Boot hat kaum Borddurchlässe. Das komplette Schmutzwasser wird in einem zentralen Tank im Kiel gesammelt. Hier können strenge Düfte entstehen. Daher hängen wir den Abwasserschlauch zum Waschen in das gegenüberliegende Waschbecken. Sollte es wider Erwarten überlaufen, fließt das Wasser in Dusche.

Für einen Waschgang sollte man mit 40 L Wasser kalkulieren.