Elektro

Elektroinstallation ATHENE

Der Neugestaltung der Elektroanlage basiert auf folgenden Bedingungen:

  • Ausreichende Batteriekapazität für längere Strecken

  • Batterien, die auch eine Person handhaben kann (Gewicht)

  • Möglichst autarke Stromversorgung

  • Leistungsstarkes Ladegerät mit regulierbarem Ladestrom bei schwach abgesicherten Landstromanschlüssen

  • Inverter für 230V Sinus Wechselstrom, um die wesentlich besseren und kostengünstigeren Geräte an Bord zu nutzen.

  • Galvanische Trennung des Stahlrumpfes von der Landstromeinheit

  • Möglichst geringe elektrische Verluste in Kabel und Sicherungen

Diese Vorgaben führten zur Suche nach einem geeigneten Einbauort. Bisher war die Elektroinstallation unter mehreren Bodenluken eingebaut. Hier ein bisschen, dort etwas, führt zwangsläufig zu Kabelchaos.

Da mit der Erneuerung der Elektroanlage auch der Einbau einer Waschmaschine einhergehen sollte, kam an Bord nur ein Platz infrage, unser „Bad“ direkt am Mast. Manch einer wird nun denken, dies ist der denkbar ungünstigste Ort. Hier sei gesagt, das Boot ist generell nusstrocken, so auch das „Bad“ dank einer Luke zur effektiven Lüftung und einer Luftheizung, die den Namen verdient hat. Da den Herstellern der verbauten Geräte die Bedingungen an Bord hinreichend bekannt sind, darf die Luftfeuchtigkeit bis zu 95% nicht kondensierend betragen. In der Praxis bedeutet dies eine segelnde Tropfsteinhöhle.

Die wichtigsten Geräte – auch Sicherungen – sollten einfach und ohne Verrenkungen erreichbar sein. Und so sieht das Ergebnis aus:

Oben links zwei (blaue) MPPT Solarregler.

Darunter der FI-Schalter des Landstromanschlusses in einem geschützten Sicherungskasten. Gefolgt von einem weiteren mit FI Schalter für Inverter und allen Bordsicherungen 230V. Der größere weiße Kasten links enthält alle 12V Sicherungen für das gesamte Bordnetz und spezielle Verbraucher, die auf direktem Weg mit Strom versorgt werden: Kühlbox, Autopilot, Heizung, Abwasserpumpe, Kartentisch – Navigation.
Darunter, hinter Kabeln verborgen, die galvanische Trenndiode zum Schutz der Zinkanoden.

In der Mitte: Victron MultiPlus 3000/120A.

Rechts der Hauptschalter mit Kontrollleuchte für die Warmwasserheizung, darunter zwei Steckdosen. Das rot-schwarze Gerät ist der Sterling Lichtmaschinenregler.  Die Kabel der 12V Anlage zwischen MultiPlus und Batterien haben einen Querschnitt von 95mm², die zum Sterling 50mm².

Die Wahl der Sicherungen stieß auf unerwartete Probleme. Für den Bootsbereich werden etliche automatische Sicherungen angeboten, die bereits beim Anblick nicht vertrauenswürdig erscheinen. Ströme bis zu 60A sollen damit absicherbar sein. Die entscheidenden Hinweise fand ich in einer Rezension, in der die enorme Hitze dieser Sicherung beschrieben wurde und bei einem Handwerker der vor Verwendung dieser, wie auch von Schmelzsicherungen in Solaranlagen warnt. Denn diese Teile tun genau das, was ihr Name sagt: schmelzen! Um es kurz zu machen, hier wird viel elektrische Energie in (nutzlose) Wärme umgesetzt, und wenn man Pech hat, löst die Sicherung einen Brand aus.
Die in ATHENE eingebauten
DC Sicherungen finden vornehmlich Anwendung in der Photovoltaik mit sehr geringer Verlustleistung! (Fa. Schrack)

Um der Gestaltung des Bootes gerecht zu werden, habe ich eine demontierbare Verkleidung mit Lüftungslöchern davor gestellt. Und schließlich das gute Stück, die Waschmaschine. Auch Arnie ist mit der Installation einverstanden.