Athene Elektrische Energie

Elektrische Anlage

Bei Prüfung einer Kabelverbindung im Sommer 2016 musste ich leider feststellen, dass ich nur eine vage Aussage treffen konnte, wohin welches Kabel hinführt. Dieses Kabelchaos in 26 Jahren nach diversen Ergänzungen und Änderungen mühsam geschaffen, bedurfte einer grundlegenden Erneuerung. Man sollte die Elektroinstallation im eigenen Boot wenigstens annähernd verstehen.

Der Zeitpunkt passte auch gut vor den Hintergrund des Austauschs der Batterien. Bisher versorgten 2 GEL Batterien (a 135 Ah) das Bordnetz und eine Gel-Starterbatterie (70 Ah) den Motor. Die Nennkapazität mit 270 Ah hört sich viel an, in der Praxis sind aber maximal 50% nutzbar, möchte man die Batterien nicht rasch ruinieren. Da effektiv 135 Ah sehr knapp bemessen sind, musste die Kapazität speziell für Langfahrt deutlich erhöht werden.

Die Neugestaltung der Elektroanlage basiert auf den folgenden Überlegungen:

  • Ausreichende Batteriekapazität für längere Strecken, d.h. mindestens 500 Ah

  • Batterien, die auch eine Person anheben kann (Gewicht)

  • Möglichst autarke Stromversorgung

  • Leistungsstarkes Ladegerät mit regulierbarem Ladestrom bei schwach abgesicherten Landstromanschlüssen

  • Inverter für Sinus Wechselstrom, um die wesentlich besseren und kostengünstigeren 230 V Geräte an Bord zu nutzen.

  • Galvanische Trennung des Stahlrumpfes von der Landstromeinheit

  • Möglichst geringe elektrische Verluste in Kabel und Sicherungen

Diese Vorgaben führten zunächst zur Suche nach einem geeigneten Einbauort. Bisher war die Elektroinstallation unter mehreren Bodenluken eingebaut. Hier ein bisschen, dort etwas, führt zwangsläufig zu Kabelchaos.

Da mit der Erneuerung der Elektroanlage auch der Einbau einer Waschmaschine einhergehen sollte, kam an Bord nur ein Platz infrage, unser „Bad“ direkt am Mast. Manch einer wird nun denken, dies ist der denkbar ungünstigste Ort, Feuchtigkeit ist der größte Feind jeder Elektroanlage.  Hier sei gesagt, das Boot ist generell nusstrocken, so auch das „Bad“ dank einer Luke zur effektiven Lüftung und einer Luftheizung, die den Namen verdient hat. Da den Herstellern der verbauten Geräte die Bedingungen an Bord hinreichend bekannt sind, darf die Luftfeuchtigkeit bis zu 95% nicht kondensierend betragen. In der Praxis bedeutet dies eine segelnde Tropfsteinhöhle.

Sehr hilfreich war in diesem Zusammenhang das Buch von Reinout Vader, „Strom an Bord“, das ich gerne empfehlen möchte. (Download)

 

Die komplette elektrische Anlage im Detail: